Dienstag, 28. Juni 2016

Nähreich vs. Nähchaos - zu Besuch bei Sonea Sonnenschein

Zum dritten Mal statten wir einen Besuch im Nähzimmer ab. Heute geht unsere Reise in den Kölner Süden. Wir sind zu Besuch bei Sonea Sonnenschein und werfen einen kleinen Blick durchs Schlüsselloch.

"Nähreich vs. Nähchaos - der Blick durchs Schlüsselloch" heute mit Sonea Sonnenschein: 





1. Wer bist Du und wie bist Du zum Nähen gekommen?
Ich bin Katharina, 35 Jahre alt, Mutter von zwei Kindern - Sonea und Vincent und blogge seit knapp 7 Jahren unter Sonea Sonnenschein. Seit Ende letzten Jahres arbeite ich für lillestoff im Bereich Marketing und Social Media. 
Zum Nähen bin ich vor ziemlich genau 6 Jahren durch meine Tochter Sonea gekommen. Ich hatte schon immer ein Faible für Mode und wollte ursprünglich auch nach dem Abi Design studieren, war aber nicht mutig genug. Damals, also vor sechs Jahren, entwickelte sich das Nähen ganz langsam zum Trend und mir schwirrten selbst so viele Ideen zu außergewöhnlichen Kleidungsstücken für meine Tochter im Kopf herum. Also probierte ich es selbst aus und tastete mich Stück für Stück ans Nähen heran. Außerdem half mir das Nähen sehr die Diagnose meiner Tochter zu verarbeiten. Denn Sonea hat das Down Syndrom. Inzwischen ist das Nähen für mich unverzichtbar geworden und auch mehr als ein Hobby. Man könnte auch sagen, dass durch meine Tochter in meinem Leben vieles einen ganz neuen Sinn bekommen hat. Dafür bin ich jeden Tag sehr dankbar. 


2. Was machst Du, wenn Du nicht nähst?
Da sich in meinem Beruf inzwischen auch alles um die Näherei dreht, kann ich sagen, dass ich darüber hinaus die Zeit mit den Kindern versuche intensiv zu nutzen und dann sind da noch die lästigen Pflichen, wie der Haushalt, der phasenweise durch Hobby und Beruf auch schon mal auf der Strecke bleibt. Wenn ich nicht nähe, lese ich sehr gerne und ich gehe unglaublich gerne ins Kino. 


3. Was ist für Dich beim Nähen unverzichtbar?
Meistens höre ich laute rockige Musik beim Nähen. Aber auch der Nahtauftrenner ist immer wieder mein unverzichtbarer Freund. 

4. Wann ist Deine liebste Nähzeit?
Am liebsten und auch fast ausschließlich nähe ich am späten Abend, wenn all meine Lieben schlafen. Es kommt auch schon mal vor, dass ich am Wochenende einen Vormittag nähe, aber meistens bin ich dann nicht produktiv, weil immer jemand ins Zimmer kommt und ich mich dann nicht richtig konzentrieren kann. 




5. Was nähst Du am liebsten?
Am liebsten nähe ich Kleidung aus elastischen Stoffen. Baumwolle deshalb nicht so gerne, weil ich Bügeln total lästig finde. Ansonsten finde ich Baumwollstoffe natürlich auch immer wieder toll. 
Ich liebe schöne Stoffe, außergewöhnliche Materialien und Designs - da schwirren mir direkt Ideen im Kopf herum. 

6. Was ist für Dich in Deinem Nähzimmer unverzichtbar?
Unverzichtbar sind eigentlich die ganzen IK..A Boxen. Nicht schön, aber praktisch und da ich nur ein winzig kleines Zimmer mit viel Schräge, Heizung an einer Wand entlang und somit nicht viel Stauraummöglichkeit habe, sind die Boxen für mich unentbehrlich. Mein Nähzimmer ist das einzige Zimmer in unserer Wohnung, bei dem ich alle Eitelkeit vor der Tür lasse. Es ist mehr funktional als hübsch und meistens sieht es ziemlich chaotisch aus, weil ich nie eine Arbeit komplett abschließen kann, bevor ich die nächste starte und ständig in einem kreativen Prozess stecke. 


7. Zeig uns Dein liebstes "Nähhelferlein"
Ich mag meinen Garnrollenhalter sehr gerne. Ansonsten würden auch die Konen ständig irgendwo herumfliegen und verknoten.


8. Welche Tipps hast Du für mehr Ordnung im Nähzimmer?
Ich glaube, da bin ich nicht der geeignete Ansprechpartner. Leider schaffe ich es nie lange Ordnung in meinem kleinen Zimmer zu halten. Die Stoffe liegen auch nicht nach Farben und Stoffarten sortiert im Regal, sondern immer da wo gerade Platz ist. Manchmal ärgert es mich auch, weil ich länger damit beschäftigt bin etwas zu suchen als zu nähen. Andererseits kommen so auch schon mal tolle, zunächst nicht geplante, Stoffkombis zustande. 
Nicht empfehlenswert ist meine Aufbewahrungsweise der Schnittmuster. Die habe ich nämlich auch alle chaotisch, jeweils mit einer Stecknadel fixiert in einer Box rumfliegen. 






9. Was würdest Du jemanden mit auf den Weg geben, der sich ein Nähzimmer einrichten möchte?
Es sollte immer ausreichend Platz zum Nähen auf dem Tisch sein. Gut, auch da bin ich kein Paradebeispiel. Und dann braucht man viele Aufbewahrungsmöglichkeiten für all die Dinge, die sich ansammeln. Und vor allem ist es wichtig, dass man nach Möglichkeit immer nach dem Nähen wieder aufräumt, denn sonst sucht man beim nächsten Mal erstmal nach Dingen, die vielleicht die ganze Zeit vor einem auf dem Tisch lagen (ich spreche da aus Erfahrung). 


video



Kommentare:

Frau JoLou hat gesagt…

Oh schön, klein und fein, ich freue mich immer in andere Reiche mal rein zu schnuppern :-)
LG
Martina

Ani Lorak hat gesagt…

Danke für das Herzeigen. Sehr sympathisch. Schön, Deine Stimme mal zu hören. Nett! Beruhigend, dass ich nicht allein nicht so ordentlich bin und dass ich nicht alleine zu den Sammlern gehöre. Mein Reich ist größer, jedoch dank Dachschrägen und Büchern und Bett für Gäste auch ohne Stellmöglichkeiten und somit nutze auch ich die Kisten von i...a sehr gerne. Wunderbar zum Stapeln geeignet. Schöne Grüße

L Sabine hat gesagt…

Danke fürs Zeigen, Katharina! Sympathisch wie immer!!
Und eine tolle Serie ist das
Lieber Gruss
Sabine

CoelnerLiebe hat gesagt…

Hihi - da bin ich auch eine von der neugierigen Sorte *lach*. Danke für den Einblick. Liebe Grüße, Sandra