Dienstag, 19. Juli 2016

Nähreich vs. Nähchaos - zu Besuch bei LuLe Design

Heute nehmen wir Euch auf unserer virtuellen Reise mit nach Neuss zu Nadine von LuLe Design.

Nadine näht wunderschöne Kleidungsstücke für sich und ihre beiden Kinder und ist seit einiger Zeit Teammitglied unserer Designbeispiel-Nähgruppe.

Wir haben ein bisschen mit Nadine aus dem Nähkästchen geplaudert und sie zeigt uns heute wo sie all ihre wunderschönen Nähwerke entstehen lässt.

"Nähreich vs. Nähchaos - der Blick durchs Schlüsselloch" 



1. Wer bist Du und wie bist Du zum Nähen gekommen?

Hallo mein Name ist Nadine und ich komme aus dem wunderschönen Rheinland. Ich war bereits als Kind ständig kreativ unterwegs. Anfangs hatte ich lustige Ideen, wie den Teppich meiner Mama mit Penaten-Creme aufzuhübschen ;-) Später dann habe ich eigentlich alles gern mitgemacht, wo man mit den Händen etwas schaffen kann, ob es Arbeiten mit Knete oder Fimo waren, Töpfern oder auch Tiffany. Zum Nähen bin ich erst seeeeehr viel später gekommen, leider auch erst, als meine Kinder schon ein gewisses Alter hatten. Irgendwie habe ich mir von heut auf Morgen in den Kopf gesetzt: Ich fange jetzt an zu nähen. Und das habe ich dann im November 2014 auch so gemacht. Seitdem verbringe ich möglich viel von meiner Frizeit an der Nähmaschine. 



2. Was machst Du, wenn Du nicht nähst? 

Ich arbeite im Gesundheitsamt. Dort habe ich zum Glück nicht den klassischen Schreibtischjob, sondern habe durch Außendienste immer etwas Abwechslung. 

Meine 2. große Leidenschaft neben dem Nähen ist die Fotografie. Ich finde es sehr praktisch, dass sich meine beiden Hobbies so gut verbinden lassen. Meine zwei Lieblingsmotive tragen nämlich ganz zufällig auch wirklich sehr gern meine Sachen (noch... mal sehen, wie lange das noch geht). 

Ansonsten mache ich gerne das, was der typische Rheinländer so macht, nämlich das kölsche Brauchtum pflegen, am liebsten das ganze Jahr über...



3. Was ist für Dich beim Nähen unverzichtbar?

Oh da fällt mir spontan so Einiges ein. Ganz wichtig ist aber für mich eine scharfe Schere, gutes Licht und viel Platz. Ich finde nichts schrecklicher, als so franselig abgeschnittenen Stoff, weil die Schere stumpf ist. Da ich eher der Bodenhocker bin, brauche ich viel Licht und Platz um mein „Chaos“ zu verbreiten. Wo wir quasi beim Titel sind. Ich lebe defititiv im Nähchaos. Wenn ich wirklich aufgeräumt habe, hält das vielleicht 3 Tage ;-)



4. Wann ist Deine liebste Nähzeit?

Ich nähe am liebsten abends, wenn alles ruhig ist. Ich kann unwahrscheinlich gut beim Nähen abschalten, nach einem stressigen Tag. Irgendwie finde ich es total entspannend, wenn man sieht, wie aus einem Stück Stoff etwas Tolles entsteht.

5. Was nähst Du am liebsten?

Oh, das ist wirklich schwer zu beantworten. Denn auch wenn ich sonst eher ein Gewohnheitstier bin, mag ich gerade beim Nähen Abwechselung. Ich nähe wirklich selten ein und den selben Schnitt mehrfach. Irgendwie brauche ich immer neue Herausforderungen. Was das Material angeht, bin ich auch sehr flexibel, ob dehnbar oder fest ist mir dabei eigentlich egal. Am liebsten Nähe ich Sachen für die kids, denn es ist schon toll zu sehen, wie sie sich auch über Kleinigkeiten immer wieder freuen. Schön finde ich es auch, wenn ich anderen eine Freude machen kann.



6. Was ist für Dich in Deinem Nähzimmer unverzichtbar?

Ganz klar Musik, denn ohne die läuft bei mir beim Nähen gar nichts ;-)
Direkt danach kommt bei mir ganz viel Platz auf dem Boden, damit ich den Stoff und die Schnittmuster ausbreiten kann. Na gut, manchmal sind es auch viele Stoffe, wo wir wieder beim Chaos wären ;-)



7. Zeig uns Dein liebstes "Nähhelferlein"

Oh, da gibt es wirklich viele, aber ich brauche immer Unmengen an Scheren. Ich habe tatsächlich an jeder Maschine eine kleinee Stickschere liegen. Der Nahttrenner liegt natürlich direkt daneben. Allerdings bekommen die bei mir irgendwie immer Beine. Also eigentlich wohnt bei mir ein ganzes Rudel Nahttrenner. Hihi

Das fällt jetzt zwar nicht unter die Kategorie Nähhelferlein, aber ich habe eine Nähschatzkiste, die für mich unverzichtbar ist. Auf diese Kiste bin ich auch wirklich stolz, denn sie beherbergt etwas ganze Besonderes. Ein Erbstück von meiner Uroma quasi. Meine Uroma hat auch immer sehr viel genäht. Als sie verstorben ist, hat meine Oma ganz viele tolle Sachen von ihr, wie Knöpfe, Stickereien, Bänder, Spitze und so weiter in eine Kiste gepackt. Und diese Kiste habe ich von ihr geschenkt bekommen. Ich habe schon so manches Teil damit aufhübschen können und das ist dann immer etwas ganze Besonderes für mich





8. Welche Tipps hast Du für mehr Ordnung im Nähzimmer?

Puh, ich glaube da fragt ihr echt die Falsche, denn ich bin wie ich oben schon erwähnt habe ja eher die Nähchaos-Queen. Allerdings habe ich auch ganz viele durchsichtige Dosen, in denen man kleinere Sachen wie Knöpfe, Applis, Strassstine, Gummibänder etc. Aufbewahren kann. Da kommt dann komischerweise der Beamte in mir raus, mein Nähgarn muss im Farbverlauf sortiert im Regal stehen. Muhhaaahaha

Also generell finde ich Staumraum sehr wichtig. 





9. Was würdest Du jemanden mit auf den Weg geben, der sich ein Nähzimmer einrichten möchte?

Wenn ihr irgendwie die Möglichkeit habt, euch das Nähzimmer in einem seperaten Raum einzurichten, dann tut das. Ich finde es super, wenn ich einfach alles stehen und liegen lassen kann, bis ein Projekt beendet ist. Ich verlasse das Nähzimmer und schließe hinter mir die Tür. 
Ansonsten würde ich empfehlen insbesondere bei der Anschaffung der Maschinen auf Qualität zu achten. Es muss nicht der Ferrari sein, aber ich habe am eigenen Leib erfahren, wie ärgerlich es sein kann, wenn man am falschen Ende (z.B. der Overlock) spart. Meine wäre nämlich fast aus dem Fenster geflogen...


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