Dienstag, 30. August 2016

Nähreich vs. Nähchaos - zu Besuch bei Mellis Kleidersalat

Heute geht unsere virtuelle Reise in die Schweiz und da stehen wir auch schon im schönen Nähzimmer von Melli von Mellis Kleidersalat.

"Nähreich vs. Nähchaos - der Blick durchs Schlüsselloch" 


1. Wer bist Du und wie bist Du zum Nähen gekommen?



Ich bin Melli von Mellis Kleidersalat, 33 - eigentlich Melanie, aber so 
nennt mich niemand.
Ich lebe mit meinen Mann und meinen Mädels in der schönen Schweiz. 
Aufgewachsen bin ich in der Nähe von Dresden, doch mit Anfang 20 zogen 
wir der Arbeit wegen in die Schweiz. Mittlerweile ist hier unser zu 
Hause und wir gehen nicht mehr weg. Auch wenn die Lieben zu Hause doch 
hin und wieder sehr vermissen.
Spannend fand ich das Nähen schon immer. Ich war früher total 
fasziniert, wenn das jemand konnte. Hab es als Kind oder Jugendliche 
aber trotzdem nie ausprobiert. Als meine Minimaus geboren wurde fing ich 
an ihr und meiner Grossen Selfmadekleider zu kaufen. Als dann eine 
Bekannte im Facebook ihre alte Nähmaschine sehr günstig abgab, dachte 
ich, ok, das versuch ich jetzt mal. Ich war erstaunt wie schnell ich 
Fortschritte machte. Nach und nach hab ich mir, dass was ich bisher 
kann, selber beigebracht. Begonnen hab ich mit ganz einfachen Shirts und 
Pumphosen. Besonders stolz war ich, als ich für meine Große das 
Schulanfangskleid aus Baumwolle mit nur einem halben Jahr Näherfahrung 
genäht habe. Auch sie war unendlich stolz auf ihr Kleid von Mami genäht.
Mittlerweile besteht ein Großteil unserer Garderobe aus selbst genähten 
Kleidern und meine Mädels freuen sich immer noch riesig über jedes Teil 
von mir.



2. Was machst Du, wenn du nicht nähst?

Ich verbringe sehr viel Zeit mit meinen Kindern, wir machen viel 
Ausflüge in die Berge, gehen spazieren oder fahren mit dem Fahrrad.
Ich arbeite zwei Tage pro Woche im Büro, was ein toller Ausgleich zum 
Familienalltag ist.
Sonst treff ich mich gern mit Freundinnen - wir gehen ins Kino, Essen 
oder tanzen und wenn wir tatsächlich mal einen Babysitter finden, geh 
ich auch mal mit meinem Mann essen. Seltene, aber so wertvolle Momente.



3. Was ist für dich beim Nähen unverzichtbar?

Ähm die Kopfhörer für meinen Mann? ;) Er hat mir ganz überraschend meine 
kleine Nähecke im Wohnzimmer eingerichtet und da ich meistens am Abend 
nähe und er dabei gern TV sieht, hab ich ihm Funkkopfhörer für den 
Fernseher gekauft. So sind wir trotzdem zusammen und keiner stört den 
anderen. Ich bin jedes mal erstaunt, wieviel ich von den Filmen 
mitbekomme, obwohl ich sie ohne Ton höre und nebenbei nähe.

4. Was ist deine liebste Nähzeit?

Die liebste wäre Vormittags. Seit meine Minimaus vor einem Jahr in den 
Kindergarten gekommen ist, habe ich drei freie Vormittage pro Woche. 
Meistens gehen die für Einkaufen oder Haushalt drauf, doch ab und an 
gönn ich mir auch mal vormittags ein paar Nähstunden. Ich nähe meistens 
am Abend, wenn die Kinder schlafen.


5. Was nähst Du am liebsten?

Kleider. Ganz klar Kleider. Ich liebe Kleider und trage sie so oft und 
gern. Zwischendurch näh ich unglaublich gern Taschen. Das ist irgendwie 
so entspannend. Ein grosses Puzzle was Stück für Stück zu etwas ganz 
tollem wird.

6. Was ist für dich in deinem Nähzimmer unverzichtbar?

Eigentlich das Gesamtpacket. Meine Ovi, meine (neue) Nähmaschine, meine 
Stoffe, meine Krimskrams, mein Chaos. Ja ich bin ein Chaot. Ich mag es 
total gern ordentlich, aber diese Eigenschaft ist an mir vorbei 
gegangen. Ich gebe mein Bestes und versinke doch oft im Chaos, ist aber 
nicht schlimm, ich komm gut damit klar.



7. Zeig uns Dein liebstes Nähhelferlein!

Ganz klar mein Nahtauftrenner. Ich brauch den fast immer, naja zumindest 
recht oft.

8. Welche Tipps hast Du für mehr Ordung im Nähzimmer?

Ich weiss nicht ob ich der richtige Ansprechpartner dafür bin. Wie schon 
erwähnt, ich bin ein Chaot. Gut wäre immer alles am gleichen Ort 
aufzubewahren, die Stoffe nach Art und Farbe zu sortieren (doch dafür 
braucht man Platz - hab ich aber nicht).



9. Was würdest Du jemanden auf den Weg geben, der sich sein Nähzimmer 
einrichten möchte?

Der Ort sollte praktisch und gemütlich sein. Beim Nähen sollte man sich 
wohl fühlen. Es kommt nicht wirklich auf die Grösse an. Ich bin das 
beste Beispiel, dass man auch mit wenig Platz viel machen kann. Klar 
fehlen mir oft Kombistoffe oder Bänder oder irgendwas. Ich kaufe das oft 
Projektbezogen und nicht auf Vorrat. Meine Stoffe sind teilweise im 
Schrank im Hausflur, die Schnittmuster im Büro. Klar wäre mehr Platz 
toll, aber davon träum ich erst mal noch ein paar Jahre. Ich würde 
schauen, dass ich gute Grundlage anschaffe. Ich habe mir damals zum 
Beispiel eine eher günstige Nähmaschine gekauft und hatte so viel Ärger 
damit. Mit dem Wissen von heute hätte ich mir direkt etwas Gutes 
gekauft. Ich hab jetzt lang auf meine Pfaff gespart und freu mich jetzt 
riesig, über die Möglichkeiten. Wer viel mit Jersey näht, sollte 
schauen, dass er sich eine Overlock kaufen kann, damit geht es so viel 
einfacher und wird schöner.


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