Dienstag, 11. Oktober 2016

Nähreich vs. Nähchaos - zu Besuch bei JOMA-Style

Wenn es um das beliebte Thema Covern geht, fällt oft synchron ein Name: JOMA-Style.
Die liebe Anja von JOMA-Style hat sich in den vergangenen Jahren im Bereich "Covernähte" spezialisiert und covert täglich Kleidungsstücke.

Heute schauen wir Anja einmal ein bisschen über die Schulter und werfen einen kleinen Blick hinter die Kulissen.

"Nähreich vs. Nähchaos - der Blick durchs Schlüsselloch" 

1.       Wer bist Du und wie bist Du zum Nähen gekommen?
Hi, ich heiße Anja, bin Mitte 30 und Mutter von zwei Mädels. Ich wohne mit meiner Familie im Norden von Hannover, also ganz in der Nähe von Lillestoff. Ein Fluch und Segen zugleich.

Mein Mann erzählt immer gern, dass ich bereits bei meiner Geburt in der einen Hand die Nähmaschine und in der anderen die Strick- und Häkelnadeln dabei hatte. Ganz so ist es natürlich nicht gewesen, aber ich bin schon recht früh durch meine Omas und meine Mama zum Nähen und zu den Handarbeiten gekommen.
In meiner frühen Jugend habe ich viele Taschen genäht, die ich gerne zu Geburtstagen an meine Freundinnen verschenkt habe. Meine erste eigene Nähmaschine habe ich nach meiner Ausbildung geschenkt bekommen und habe bis zu meinem Abendstudium so einige Sachen genäht. So richtig infiziert bin ich seit 2007. Seitdem kann ich mir ein Leben OHNE Nähmaschine nicht mehr vorstellen.
Seit 2010 blogge ich regelmäßig auf www.JOMA-style.de. Dort stelle ich nicht nur meine Designbeispiele für Lillestoff vor, sondern erzähle auch über meine anderen Hobbys, wie das Häkeln und Stricken.

2.       Was machst Du, wenn Du nicht nähst? 
Ich bin gelernte Speditionskauffrau und bin nach der Elternzeit halbtags als Vertriebs-Assistentin bei einem Lohnhersteller für dekorative Kosmetik beruflich wieder eingestiegen. Ich habe also auch beruflich viel mit Farben zu tun, auch wenn sie sich eher auf Pigmente beschränken. 
Eine weitere Leidenschaft ist das Häkeln von Sternenhäkeldecken. Ich habe sie nicht gezählt bzw. aufgehört zu zählen. Daneben stricke ich gerne und auch das Fotografieren gehört zu meinen Hobbys.

3.       Was ist für Dich beim Nähen unverzichtbar?
Das ist DEFINITIV meine Coverlock. Ich besitze sie mittlerweile seit 4 ½ Jahren und nutze sie quasi immer. Ich liebe es mit ihr Kontraste zu setzen und natürlich die saubere Saumverarbeitung. Unverzichtbar ist für mich natürlich auch meine Ovi, die mir vieles erleichtert und zudem akkurat versäubert



4.       Wann ist Deine liebste Nähzeit?
Wenn ich es mir aussuchen könnte, dann wäre es vormittags. Aber das ist leider durch meine Berufstätigkeit nicht möglich. Ich nähe meistens entweder in der Zeit zwischen Feierabend und Schulschluss oder abends, wenn die Mädels im Bett sind. Während der Hausaufgabenzeit schneide ich zu oder klebe Ebooks.

5.       Was nähst Du am liebsten?
Am liebsten nähe ich Shirts und Hoodies, weil sie sich sehr gut mit der Cover ‚verzieren‘ lassen. Aber auch aufwendige Dinge, wie Jacken oder Hosen kommen bei mir regelmäßig unter den Nähfuß.

6.       Was ist für Dich in Deinem Nähzimmer unverzichtbar?
Unverzichtbar ist für mich ein gut ausgeleuchteter Arbeitsplatz UND ein Zuschneidetisch auf angenehmer Arbeitshöhe mit einer ausreichend großen Schneidematte. Vor unserem Umzug bin ich ewig auf dem Fußboden mit schlechten Lichtverhältnissen rumgekrochen und bin jetzt umso glücklicher, dass ich mir mein Arbeitszimmer entsprechend einrichten konnte. Noch vor dem Hausbau war mein Zimmer bereits gedanklich eingerichtet. Wir haben die Wände in der Grundrissplanung so lange hin und her geschoben, bis neben einem großen Zuschneidetisch, einem zwei Meter langen Arbeitsbereich, einem großen Schnittmusterregal auch ein drei Meter breiter Materialschrank auf 9,5 m² seinen Platz gefunden hat.





7.       Zeig uns Dein liebstes "Nähhelferlein"
Das ist mein Rollschneider mit scharfer Klinge und Abstandshalter. Diesen mag ich neben meinem magnetischen Nadelkissen nicht mehr missen.

8.       Welche Tipps hast Du für mehr Ordnung im Nähzimmer?
Alles muss bei mir seinen Platz haben und sollte schnell griffbereit sein. So stehen Bügeleisen und Plotter auf der Fensterbank und können schnell auf dem Arbeitsbereich eingesetzt werden. Das kleine Tischbügelbrett hat neben dem Materialschrank sein Plätzchen gefunden und steht schnell arbeitsbereit neben dem Bügeleisen auf dem Tisch. Des Weiteren finde ich ein gut sortiertes Schnittmusterregal nützlich. Ich hefte die Schnitte in Klarsichtfolien, beschriftet mit meinen Änderungen, thematisch in Ordnern ab und Schnittmusterzeitschriften stehen in Stehsammlern. Ovigarne und Spezialgarn liegen unter Ovi und Cover im Schreibstischcontainer griffbereit und in den Schubladen unter dem Zuschneidetisch warten Rollschneider, Scheren, Marker und Lineale auf ihren Einsatz.


9.       Was würdest Du jemanden mit auf den Weg geben, der sich ein Nähzimmer einrichten möchte?
Ich finde einen festen Näh-Arbeitsplatz wichtig, auch wenn er noch so klein ist. Nichts ist schlimmer (so empfinde ich es), als immer erst die Nähmaschinen aufzubauen bevor man loslegen kann. Da reicht eine kleine Ecke im Wohnzimmer oder Schlafzimmer völlig aus.  


Kommentare:

Marina metterlink hat gesagt…

Wow, das ist der Traum eines Nähzimmers! Vielen Dank für den Einblick, ich schreib mal einen langen Wunschzettel!
Liebe Grüße,
Marina

Erna Meine hat gesagt…

Da bin ich wirklich etwas neidisch auf dieses tolle Zimmer. Liebe Grüße aus Hannover, Verena