Dienstag, 29. November 2016

Nähreich vs. Nähchaos - zu Besuch bei Mascha is Me

Nähreich vs. Nähchaos - und heute mit einem Beitrag von Mascha von Mascha is Me . Schaut mal rein und lernt Mascha und ihr gemütliches Nähzimmer kennen.

"Nähreich vs. Nähchaos - der Blick durchs Schlüsselloch" 

1. Wer bist Du und wie bist Du zum Nähen gekommen?

Wie mein Label Mascha is Me schon verrät: ich bin Mascha.
Ich nähe seit ca. 3,5 Jahren und angefangen habe ich, wie auch viele andere, nach der Geburt meines Sohnes mit alten Kleidungsstücken. Irgendwann habe ich gedacht, dass meine Lieblingsjeans aufgrund der vielen Löcher an den Knien einen neuen Lebensabschnitt braucht, und so habe ich daraus eine Latzhose für den Mini genäht. Ich hatte eine alte einfache Nähmaschine und keine Nähkenntnisse und habe mich selber Stück für Stück aus- und fortgebildet. Einige Zeit lang habe ich keine Stoffe als Meterware  gekauft, sondern nur alte Kleidungsstücke umfunktioniert, und habe sogar ein paar Schulprojekte zum Thema Upcycling mitorganisiert und geleitet.

Nun fühle ich mich sicher und kaufe fleißig hochwertige Stoffe, und wage mich auch an schwere Sachen wie Jacken und Mäntel für Erwachsene.

2. Was machst Du, wenn Du nicht nähst? 

Ich befinde mich im Endstadium meines Studiums und arbeite nebenbei im Büro. Das Nähen ist für mich mehr als nur ein Hobby, denn ich versuche in jeder freien Minute an meinem Nähtisch zu arbeiten. Am liebsten würde ich mein größtes Hobby zu meinem Beruf machen und überlege gerade, welchen Weg ich da gehen könnte.
Zusätzlich bin ich in unsere Familie für die Lebensmittelbeschaffung zuständig und bei uns heißt es nicht einkaufen. Ich bin aktive Lebensmittelretterin und engagiere mich da ebenso fleißig wie beim Nähen. Wir haben auch einen Garten und im Sommer ist da viel zu tun, deshalb trete ich im Sommer mit dem Nähen kürzer und arbeite viel lieber im Freien statt am Tisch.


3. Was ist für Dich beim Nähen unverzichtbar?

Das ist auf jeden Fall gutes Licht. Ich könnte Lampen nie genug haben. Alleine an meinem Nähplatz leuchten schon drei Lampen, und im Zimmer insgesamt sind es acht Stück. Hört sich verrückt an, aber ich liebe helles warmes Licht. Gerade in den Wintermonaten steigert sich dabei erheblich meine Laune.
Aber auch natürlich gute Maschinen. Da ich nicht in Vollzeit arbeite, konnte ich mir erst nach und nach meine Maschinen anschaffen und bin sehr stolz auf meine drei (andere) Kinder. Hierzu könnte ich eine ganze Geschichte erzählen, denn meine NäMas sind für mich wie eigene Kinder: die kleine Ovi ist z.B. mein Baby, so knuddelig und unkompliziert wie sie ist, verstehe ich mich mit ihr auf Anhieb; die HaushaltsNäMa ist meine erwachsene Tochter, sie hat so ihre Launen, aber wir respektieren einander auf einem anderen, höherem Niveau; und meine Cover ist mein Adoptivkind. Manchmal ist alles super, manchmal aber überhaupt nicht. Und obwohl sie schon über einem Jahr bei uns wohnt, werden wir nicht warm miteinander, obwohl wir uns doch sehr lieb haben. Es braucht scheinbar Zeit...:)



4. Wann ist Deine liebste Nähzeit?

Tja, so spontan würde ich sagen: abends. Denn meist ist es der Fall, wenn der Petzi schon im Bett ist und im Haushalt alles erledigt ist. Nur da bin ich meist schon müde und schaffe nicht so viel wie ich möchte. Am liebsten nähe ich direkt nach dem Aufstehen, ohne Frühstück und Dusche, in Pyjama, aber mit frischen Ideen und klarem Kopf.


5. Was nähst Du am liebsten?

Ja, wie oben schon erwähnt, nähe ich in letzter Zeit Mäntel und Jacken für uns Große. Es ist eine wahre Herausforderung und kostet viel Zeit. Aber solche einfache Shirts oder Pullis habe ich schon so viel genäht, dass der Schrank platzt und ich es nicht mehr als so spannend empfinde. Ich denke oft praktisch und mag nicht etwas nähen, was man gerade nicht braucht. Deswegen nähe ich zum Beispiel jetzt im Winter viel aus Wollstoffen für die ganze Familie und Freunde.
Ansonsten nähe ich lieber Klamotten, als Taschen oder Kissenbezüge.

6. Was ist für Dich in Deinem Nähzimmer unverzichtbar?

Gute Beleuchtung, Schneidermatte und meine Schere / Schneidermesser.

7. Zeig uns Dein liebstes "Nähhelferlein"

Das sind meine Stecknadeln. Irgendwie kann ich mich nicht so mit den Klammern anfreunden, nur bei bestimmten Stoffen, wenn es nicht anders geht, benutze ich sie. Ansonsten auch mein Kopierrädchen. Ich bin etwas oldschool und mag keine E-books ausdrucken. Papierschnittmuster aus den Zeitschriften sind also festes Bestandteil meiner kleinen Werkstatt.


8. Welche Tipps hast Du für mehr Ordnung im Nähzimmer?

Ich habe mir eine Ecke in unserem Wohnzimmer eingerichtet und habe zum Glück nicht die Pflicht, jedes mal alles aufzuräumen. Denn unser Wohnzimmer  ähnelt vielmehr einer kreativen Werkstatt  (mein Mann zeichnet und druckt gerne und hat auch eigenen Arbeitsbereich), als einem typischen Wohnzimmer für Gäste. Deswegen bin ich vielleicht nicht die richtige Ansprechpartnerin für Ordnung. Wir leben gern im kreativen Chaos.

9. Was würdest Du jemanden mit auf den Weg geben, der sich ein Nähzimmer einrichten möchte?

Bevor wir umgezogen sind, hatte ich keinen richtigen Platz für meine Stoffe und ich fand es schrecklich. Durch einen glücklichen Zufall kamen wir zu einem alten Aktenschrank und haben ihm eine neue Funktion gegeben. Und das ist mein ganzer Stolz. Ich habe genug Platz für meine Stoffe und muss sie nicht verstecken oder reinstopfen. Wenn man viel näht, hat man mit der Zeit auch eine ordentliche Auswahl an Stoffen und die schön und übersichtlich zu platzieren, finde ich mit am wichtigsten.  Auch einen guten Platz für den Garn  zu finden ist mir nicht leicht gewesen, denn ich wollte ungern beim Nähen öfters aufstehen, um eine andere Farbe zu holen, und so habe ich ein wenig rumgebastelt, um alle Garnrollen in greifbarer Nähe zu haben.


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