Dienstag, 14. Februar 2017

Nähreich vs. Nähchaos - zu Besuch bei Frau Pipina

Es geht endlich in eine weitere Runde "Nähreich vs. Nähchaos - der Blick durchs Schlüsselloch"

Heute sind wir zu Besuch bei Frau Pipina und wir bekommen nicht nur einen winzigen Einblick in ihr Nähreich, sondern erfahren auch wie sie zum Nähen gekommen ist.



1. Wer bist Du und wie bist Du zum Nähen gekommen? 

Mein Name ist Giusi, ich bin 39 Jahre alt, Mutter von drei Kindern, Partnerin des bestens Herzensmenschen, den es gibt und Frauchen eines Terriermischlings. Unter den Namen Frau Pipina zeige ich was ich so nähe oder sage was mir gerade so auf der Zunge liegt. Ich bin durch den Tod meines Vaters zum nähen gekommen. Er ist 2006 an den Folgen einer langen Krebserkrankung gestorben. Er ist derjenige der mir den Spitznamen ''Pipina'' verpasst hat. Ich habe mir lange Vorwürfe gemacht, ihm nicht helfen zu können. Dies hatte zur Folge, dass ich Hilfe bei einer Therapeutin gesucht habe. Diese wiederum hat mir zu einem Hobby geraten bei dem Ich abschalten kann. So kam ich zum Nähen und blieb dabei. Denn wenn ich nähe, vergesse ich alles um mich herum. Auch nach so vielen Jahren, ist es für mich noch ein toller Ausgleich. 



2. Was machst Du, wenn Du nicht nähst? 

Von Beruf bin ich Krankenschwester auf einer Neurochirurgischen Intensivstation. In diesem Jahr feiere ich mein 20 jähriges Examen. Wegen meiner drei Kinder arbeite ich aber nur in Teilzeit an den Wochenenden. Seit September 2016 leite ich unter der Woche ein Nähprojekt mit geflüchteten Frauen, jeden Dienstag wird fleissig Kleidung genäht und die Frauen kommen mal für ein paar Stunden aus dem Alltag heraus. Ab Frühling findet man mich häufig im Garten, ich liebe es unser Gemüse und Obst selbst anzubauen, zu ernten und zu essen. Neben dem Nähen ist dies auch Entspannung pur. 

3. Was ist für Dich beim Nähen unverzichtbar?

Meine Maschinen, aber insbesondere meine Overlock, ohne die geht nichts mehr. Fast jedes Kleidungsstück wird mit ihr genäht. Im letzten Jahr habe ich mir endlich eine neue gekauft. Die hatte ich mir wirklich verdient.



4. Wann ist Deine liebste Nähzeit?

Tagsüber wenn alle aus dem Haus sind und ich dann für ein paar Stunden hier das Chaos walten lassen kann. Meistens räume ich erst auf kurz bevor ich die Kinder wieder abhole.


5. Was nähst Du am liebsten?

Kleidung für uns fünf, oder aber andere Familienmitglieder. Mich hat es damals ziemlich geschockt, was in den Ländern wie Bangladesch, Indien und Pakistan passiert. Die Ausbeutung dieser Näherinnen, ich wollte nicht teil dieses Systems sein und nähe weitgehend ( meine Kleidung zu 80%) unsere Kleidung selber.

6. Was ist für Dich in Deinem Nähzimmer unverzichtbar?

Für mich ist gutes Licht wichtig, daher bin ich froh dass mein Nähplatz direkt am Fenster ist. Am Abend nutze ich dann auch eine gute LED.

7. Zeig uns Dein liebstes "Nähhelferlein"

Oh da gibt es drei, die mir stets treu sind und helfen. Zum einen ist es eine Handwerkerschürze aus den USA. Diese hat meinen Mutter mir letzten Sommer mit gebracht. Da ich oft zwischen zwei Räumen hin und her renne, ist sie ganz praktisch. Ich kann wichtige Dinge wie Schere, Handmaß, Rollschneider, Kreide, Stifte darin verstauen und habe es stets bei mir. Aber es gibt noch zwei weitere, meine Saumbügelhilfe das "Dritz Ezy-Hem", ein dünnes ALU Lineal, dass die Bügelwärme weiterleitet und der Saum bis zum nähen erstmal stabil ist. Und meine Wonderclips. Ich komme mit Stecknadeln nicht klar, sie stecken nie im Stoff, dafür aber in meinen Fingern, da ist es praktisch wenn die Mutter, einmal im Jahr zu ihrer Schwester fliegt und mir solche tollen Dinge mitbringt. 





8. Welche Tipps hast Du für mehr Ordnung im Nähzimmer?

Ordnung? Was ist das? Ich bin das Chaos in Person. Ich versuche nach wie vor ständig ein System hier rein zubekommen,doch es scheitert an meiner Konsequenz auch anschliessend vernünftig wieder aufzuräumen . Bestes Beispiel mein Nähgarn, ich habe  wegen meiner Cover immer vier Rollen pro Farbe, wenn man es vernünftig anordnen würde, hätte man ein nettes Harmonisches Bild, bei mir nicht.


9. Was würdest Du jemanden mit auf den Weg geben, der sich ein Nähzimmer einrichten möchte?

Sieh zu, dass Du einen Tisch mit einer angenehmen Arbeitshöhe hast. Dein Rücken wird es dir danken. Ebenso sollte der Tisch stabil sein und nicht wackeln, es gibt nix nervenderes als einen Tisch der beim nähen auf Wanderschaft geht. Mache es Dir gemütlich. Ich habe mir sehr viele Bilder aufgehangen, nicht irgendwelche, sondern Bilder zu denen ich einen Bezug habe und die mir etwas bedeuten. Hinzu kommt dass meine "Ecke" direkt an unser Wohnzimmer angrenzt und wenn es schön hergerichtet ist, dann wirkt es nicht wie eine dunkle Werkstatt, sondern auch mal dekorativ. 






Kommentare:

Margit Keller hat gesagt…

Hallo Giusi,
wie schön von Dir hier zu lesen! Jetzt "arbeiten" wir schon seit längerer Zeit zusammen in unserer facebook-Gruppe "Janome Cover Pro" und über Deinen Beitrag habe ich Dich etwas besser kennengelernt! Das freut mich sehr. Vielen Dank für Deine Einblicke!

Liebe Grüße
Margit

Ani Lorak hat gesagt…

Hallo. Ich liebe so Einblicke. Fitos an der Wand mag ich auch, schöne Ecke. Das Alu-Lineal scheint mur was Tolles zu sein. Das gefällt mir, ich werde mal suchen. Der Blog ist mir noch unbekannt. Ich werde mal stöbern gehen. Viele Grüsse