Dienstag, 14. Juni 2016

Nähreich vs. Nähchaos - zu Besuch bei SUSAlabim

Hallo Ihr Lieben, wir starten heute eine neue Blogreihe "Nähreich vs. Nähchaos - der Blick durchs Schlüsselloch"

Wenn Ihr es auch so spannend findet zu sehen wie andere nähen, was ihre unverzichtbaren Nähutensilien sind und ob sie jedes Mal erst einmal alles aufbauen müssen, ob sie ein ordentliches Zimmer haben oder aber im Chaos kreativ sind, dann seid Ihr hier genau richtig! Denn wir geben Euch ab sofort Woche für Woche einen kleinen Einblick in die Nähzimmer unserer Probenäher und Designer. 

Nach und nach werden wir die Reihe ausbauen und dann seid Ihr gefragt. Wir wollen natürlich auch wissen wie es bei Euch hinter den Kulissen aussieht und wo ihr all Eure kreativen Schätze entstehen lasst. 


Heute sind wir zu Besuch bei unserer Designerin SUSAlabim und ihrem traumhaften - ja in diesem Fall wirklich - Nähreich. 

1. Wer bist Du und wie bist Du zum Nähen gekommen?

Ich bin Susa und du kennst mich vielleicht als „SUSAlabim“. Ich habe (fast) schon immer genäht. Mit meiner Mama haben wir immer gebastelt und auch genäht. Zu Schulzeiten habe ich mir schon Klamotten genäht und nach dem Abi war ich ein Jahr auf einer Modeschule, wo ich vom Zeichnen über Schnitttechnik und Nähen ganz viel gelernt habe. Dann bin ich aber beim Grafikdesign gelandet, habe das mit Schwerpunkt Illustration studiert und jahrelang Schul- und Lernbücher illustriert. Aber nebenher auch immer genäht, mal mehr, mal weniger. Irgendwann 2005 etwa habe ich dann angefangen, kleine Figuren zu nähen, habe mein Label SUSAlabim „gegründet“ und als 2006 Filip geboren wurde, habe ich auch wieder Kleidung genäht… Trotzdem habe ich weiter hauptsächlich illustriert und  meine Figürchen genähbastelt und verkauft… dann kamen irgendwann Designs für Webbänder dazu, dann Stickdateien, mein erstes Nähbuch und vor 2½ Jahren hatte Daniele mich dann so weit, dass ich meinen ersten Lillestoff entworfen habe   Und da bin ich jetzt. Exklusivdesignerin für Lillestoff und mittlerweile sogar Designerin für die ganz neuen Lillestoff Schnittmuster…

2. Was machst Du, wenn Du nicht nähst? 

… au weia, das habe ich in Frage eins ja schon lang und breit vorweggenommen… seit einiger Zeit nehme ich gar keine Illustrationsaufträge für Bücher mehr an, sondern tobe ich mich nur noch beim Stoffdesign aus. Ich kann Tag für Tag neue Ideen zu Papier bringen, die dann auf Stoffe gedruckt werden. Womit wir dann auch schon beim Hobby wären… mein Beruf ist mein Hobby und umgekehrt… man findet mich selten ohne Skizzenblock, Notebook oder Bastelkram in den Händen…

3. Was ist für Dich beim Nähen unverzichtbar?

Das ist kurz zu beantworten: gutes Material.
Und zwar von den Stoffen über die Schere bis zu den Maschinen.

4. Wann ist Deine liebste Nähzeit?

Das ist mir relativ egal. Ich habe den Luxus, dass das alles zu meinem Job gehört und ich mir die Zeit selbst einteilen kann.

5. Was nähst Du am liebsten?

Ich nähe sehr gerne Figürchen („Klemmerle“ oder „Fliegenviecher“), da kann man sich herrlich austoben, Stoffe kombinieren und einfach drauflos nähen. Seit einiger Zeit nähe ich auch wieder für mich, Kleider oder Patchworkmäntel… 





6. Was ist für Dich in Deinem Nähzimmer unverzichtbar?

Platz auf dem Boden, denn ich arbeite gerne auf dem Boden. Irgendwie scheint ein gewisses Maß an Chaos auch unverzichtbar zu sein, es ist jedenfalls nach dem Aufräumen schnell wieder da (zum Glück kann ich einfach alles liegen lassen und es stört keinen außer mich…)

7. Zeig uns Dein liebstes "Nähhelferlein"

Ein einziges „Nähhelferlein“ ist schwer auszuwählen… unverzichtbar finde ich ein großes Patchworklineal und einen guten Rollschneider, lange dünne Stecknadeln (ich habe mehrere Magnetschalen mit Stecknadeln rumstehen), eine gute Stoffschere und gute Nähmaschinennadeln… 





8. Welche Tipps hast Du für mehr Ordnung im Nähzimmer?

Stauraum und ein gewisses Ordungssystem… Schubladenschränke sind super um viel Kleinkram übersichtlich zu sortieren… und generell mag ich kleine, offene Fächer, damit ich möglichst viel meines Materials vor Augen habe… denn dadurch kommen die besten Ideen.













9. Was würdest Du jemanden mit auf den Weg geben, der sich ein Nähzimmer einrichten möchte?

Ich finde, ein Nähzimmer muss wachsen… beim Machen findet man im Laufe der Zeit heraus, was für einen selbst wichtig ist. Klar, man braucht Stauraum, aber wie der genau aussieht, das muss man erst mal herausfinden- und das verändert sich auch sicher noch mal, wenn das „Warenlager“ wächst, denn mit dem Hobby Nähen geht ja auch meistens eine gewisse Stoffsucht einher…
Man braucht ausreichend Arbeitsflächen, einen guten Stuhl oder Hocker und Platz für ein Bügelbrett (es ist wirklich sinnvoll, das aufgebaut zu haben, denn Bügeln gehört zum Nähen dazu). 
Wenn man vor der Entscheidung steht, eine neue Nähmaschine kaufen zu „müssen“ empfehle ich, lieber etwas mehr zu investieren, als am falschen Ende zu sparen. Schlechtes Equipment verdirbt einem die Laune und evtl. auch die Lust an diesem wunderbaren Hobby. Ich nähe selbst auf einer Pfaff-Nähmaschine, die ich vor bald 30 Jahren zum Abi bekommen habe. Sie war damals eine hochpreisige Maschine und ich sehe keinen Grund, sie gegen eine neue Maschine einzutauschen. Sie ist absolut unkaputtbar und hat genau so viel Komfort, wie man braucht. 














Kommentare:

Jomi hat gesagt…

Wow!! Ein Traum! Soviel Platz und soviel Licht. Herrlich!! Und diese Ordnung... Ich sollte auch mal wieder aufräumen...

LG Steffi

pipa pocoloco hat gesagt…

Vielen Dank für den Einblick, liebe Susa.
Im Video alles nochmal in einer anderen Dimension zu sehen fand ich schön.
Um den Zuschneidetisch bzw. den Platz dafür beneide ich dich dann doch ein wenig, denn ich arbeite so gar nicht gern auf dem Fußboden (Rücken!).

Liebe Grüße
Paola

Sonja - The Crafting Cafe hat gesagt…

Oh toll, danke für die Idee zu dieser Blogreihe - das kommt mir wie gerufen, da ich gerade in der Planung für mein Nähreich stecke!
Finde ich sehr inspirierend und ansprechend!!

Lieber Gruß,
Sonja

Ann Chrsitin Remmers hat gesagt…

Ein Traum!!!!! Was ich auch sehr genial finde, ist das kleine Bügelbrett und die Stoffgewichte!
LG Ann Christin

Julia Stadter hat gesagt…

Ein toller Beitrag! Wie heißt denn der traumhaft schöne Stoff mit den Elfen? Wo kann man ihn kaufen? Der ist wunderschön!!!

Martina Widera hat gesagt…

Das ist einfach nur genial......ein Traum :)

Epilele hat gesagt…

Ja, Du hast vollkommen recht. Es ist nicht gut, am falschen Platz zu sparen. Gutes Werkzeug ist das A und O in jedem Job. Beim Nähen habe ich für mich festgestellt, auch Platz brauche ich. Neben meinen teuren Husqvarna-Maschinen habe ich meine alte Pfaff, auf der meine Mutter schon genäht hat. Ich möchte sie nicht mehr hergeben.
Was mir bei Dir sehr gut gefällt ist, wie Du die Stoffe gefaltet hast. Sehr gut, das macht es übersichtlicher. Eine gute Idee ist auch, verschiedene Nähzimmer zu zeigen. Das regt ja auch unsere Phantasie an. Ich bin gespannt wie es weiter geht.
Liebe Grüße Epilele

Ani Lorak hat gesagt…

Hallo, ein schönes Reich. Danke für den Einblick. Ich habe in den letzen Tagen aufgeräumt und leider keine Möglichkeit, die Stoffe in Regale unterzubringen - da stehen meine Bücher drin, meine 2. Leidenschaft... Ich nutze leider I...boxen durchsichtig, aber nicht so übersichtlich. Vielleicht auch zuviel Stoff... Arbeite daran zu vernähen... Tolle Serie! Bin gespannt auf weitere Nähreiche und die Inspiration!